

Danach bin ich dann auch wechseln gegangen. Also Arbeit ist Ok aber auch langweilig und anstrengend. Aber nur noch ein paar Tage dann kommen wir wieder zu unserer alten Wirkungsstätte zurück.
Ein viel größeres Problem was ich derzeit habe sind Bedbugs… Das sind kleine Käfer die in der Nacht kommen und Blut saugen. Das allein wäre ja nicht so schlimm. Schlimm ist, dass sie MEIN Blut saugen und ich nen schönen Ausschlag bekommen habe. Wirklich nicht sehr angenehm. Der Grund für Bedbugs sind in der Regel Schlafsäcke. Da aber weder ich, noch einer meiner Raumgenossen Schlafsäcke benutzt weiß ich nicht wo sie herkommen und kann sie daher nicht effektiv bekämpfen. Ich habe ein paarmal die Bettwäsche gewechselt und auch meine Decke. Die letzten Nächte waren dann Ok ohne neue Bisse. Mal abwarten was so passiert…
Aber nun zum besten Ereignis der letzten Wochen. Ich war auf Fraser Island. Fraser ist die größte Sandinsel der Welt. Überall ist gibt es feinen Sand. Vergleichbar mit Sand der Ostsee aber halt überall. Trotz des Sandes gibt es eine vielfältige Vegetation und eine Menge von exotischen Tieren. Auf Fraser gibt es keine Straßen. Es gibt Wege von der einen zur andren Seite. Diese sind etwa einen halben Meter bis Meter tief und mit Sand gefüllt…

Desweiteren gibt es den Strand, der Strand ist eine offizielle Straße!!! mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Einfach unglaublich oder?
Letztendlich waren wir neun Mann, zwei Chilenen, einen Finnen, zwei Franzosen, und vier Deutsche.

Wir fuhren Freitag um 3:30 in der Nacht los und bekamen unser Auto nach einer kurzen Videoeinführung (Sicherheitsbestimmungen auf Fraser). In diesem Video wurde bestimmt zehnmal vor Dingos gewarnt nicht füttern und streicheln und so…
Mathias, einer der Deutschen hat das Auto zur Fähre gefahren. Dort sind die andren dann nen bisschen rumspaziert und auf einmal hieß es: ich fahre… Rückwärts auf die Fähre… Tolles Ding. Ich bin erst mal hinten gegen die Fähre gegen gefahren… Von der Fähre runter bin ich dann auch gefahren und habe meine Mannschaft durch die Wildnis chauffiert. Echt toll, riesiger Spaß mit Allrad durchs Gelände. Ich muss noch erwähnen, dass wir ein Landrover Devender für 11 Leute mit Softtop hatten, d.h. die ganze Zeit Cabriofeeling… nachdem wir die Insel überquert hatten kamen wir zum berüchtigten Strand und tatsächlich das ging da zu wie auf einer Autobahn (naja nicht ganz).

Wir hatten einen Plan bekommen wie wir die Tage am besten nutzten konnten. Die erste Station auf unserem Plan war der Lake Wabby. Es existieren über 200 Seen auf Fraser Island. Diese Seen haben kristallklares Süßwasser, welches ständig durch den Sand gefiltert wird. Der Lake Wabby ist der tiefste dieser Seen auf Fraser. Auf dem Weg zum See hat auf einmal unser Auto versagt. Es hat gestunken und überhaupt keine Kraft mehr auf die Räder gebracht. Mit Mühe erreichten wir einen Parkplatz.

Da weder ich, noch irgendein Anderer „Experten“ sind, haben wir einfach mal abgewartet was passiert. Nach einer halben Stunde sind wir dann weiter gefahren, ohne weitere Probleme. Als wir mit Verspätung und unterschätzter Zeit den Lake erreicht haben konnten wir zunächst von einer Aussichtsplattform aus einen Blick darauf werfen. Da war eine riesige Sanddüne, herum mit kräftig grünem Wald und ein tiefschwarzer See.

Ein wunderschönes Bild. Wir sind dann zum See gelaufen haben ein wenig entspannt und ein paar schöne Fotos gemacht. Danach haben wir ein paar Brote gegessen und mussten uns entscheiden was wir am Samstag noch mitnehmen wollen. Das Problem war nämlich, dass man während der Flut, der sogenannten Hightide, 2 Stunden vorher und nachher nicht am Strand fahren darf. So mussten wir uns etwas im Inland suchen. Die Wahl viel auf den Lake Mc Kenzie. Um diesen schnellst möglich zu erreichen entschieden wir uns eine Straße zu nehmen die mit roten Kreuzen versehen war. Im Nachhinein weiß ich auch warum… Dieser Weg war tiefer als die anderen und eine echte Herausforderung. Ich bin weiter gefahren und musste mich wirklich konzentrieren. Wir sind auch dann einmal kurz stecken geblieben. Aber nach ner Minute waren wir wieder frei. Schlechter erging es einem jungen Paar, welches sich mit seinen kleinen Mietwagen dermaßen festgefahren hat, dass selbst 7 Jungs (wir) und ein paar Andere echte Probleme hatten das Auto frei zubekommen.

Aber letztendlich ist es uns gelungen. Leider war es nun für den Lake Mc Kenzie zu spät und wir beschlossen zurück zum Strand zu fahren und uns eine Stelle zum Campen zu suchen. Am Strand angekommen hab ich mich nach hinten gesetzt und die Anderen fahren lassen, hab nen Bier getrunken und genossen genau in diesem Moment dort zu sein. Ein Campingplatz wurde recht schnell gefunden. Dass dieser quasi auf einem Flugplatz lag sollten wir nächsten Tag erfahren. Wir campten etwa 50 m vom Meer entfernt. Wir bauten unsere Zelte auf, aßen etwas und gingen nach nen paar Bierchen recht schnell ins Bett. Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden um die Sonne über den Pazifik aufgehen zu sehen. Ein Traum!! Nach dem etwas zögerlichen Aufstehen der Anderen sind wir, (wir haben nun ständig die Fahrer gewechselt) in Richtung Norden gefahren. Gleich nach dem Losfahren ist ein Flugzeug!!! auf dem Strand gelandet. Man dachte irgendwie, man ist im falschem Film, aber trotzdem sehr beeindruckend. Wir sind nun zum berühmten Meheno Frack gefahren, ein Schiff aus den Dreißigern das seit 1935 an dieser Stelle liegt.

Nach ein paar schönen Fotos ging es in weiter in Richtung Norden zu den Pinackels. Das waren ein paar schön anzuschauende Sandberge. Da wir leider nur 2 Tage hatten sind dann wieder in Richtung Süden gefahren zum Eli Creek. Das ist der wasserreichste Fluss auf Fraser und wieder glasklar und beeindruckend. Das nächste und leider letzte Ziel war dann der Lake Mc Kenzie. Dazu mussten wir zunächst etwa 20 km am Strand entlang fahren. Dabei kamen wir dann auf einen schrecklichen Unfall zu mit 2 Autos und 10 verletzen. Die Ambulanz war schon Vorort und auch genug Helfer. So konnten wir weiter fahren. Der Unfall war aber tagelang in den lokalen Nachrichten und es waren ebenfalls Backpacker, wie wir, die schwerstverletzt wurden. Das hat die Stimmung ein wenig gedrückt und wir sind nun etwas vorsichtiger und langsamer zum Lake Mc Kenzie gefahren. Dort angekommen haben wir unseren ersten Dingo gesehen und leider auch den letzten… Der Mc Kenzie ist traumhaft schön mit kristallklarem blauem Wasser.

Es war unsere letzte Station auf Fraser und wir fuhren dann zurück. Im Inland und auf der Straße bin ich dann wieder die ganze Zeit gefahren. Um Punkt 6 gaben wir „Rusty“, so haben wir unser Auto getauft da es doch ein paar Roststellen schon hatte, wieder ab. Rusty war das perfekte Auto und außer dem kleinen Zwischenfall sehr zuverlässig und vor allem stark.

Im Hostel waren wir Sonntagabend um 11 um gegen 5 Uhr wieder aufzustehen und zu arbeiten.
OK das war erst mal von mir. Ich wünsche eine Angenehme Woche.
Beste Grüße Robert.
